Synode setzt sich mit Sakramententheologie auseinander

synode2Kann man die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare dem Sakrament der Ehe gleichstellen? Kann man sie als Sakrament ansehen? Nicht erst bei der am Sonntag, 2. Oktober, zu Ende gegangenen 60. Synode des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland ist diese Frage aufgekommen. Schon vor zwei Jahren wurde sie bei der 59. Synode gestellt – und zwar in Form eines Antrags. “Die Synode möge darüber beraten, ob das Sakrament der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zugelassen werden kann”, hieß es damals. Des weiteren wurde seinerzeit gefordert, den Bereich Ehe, Partnerschaft, Wiederverheiratung theologisch anzuschauen und für Pastoral und Liturgie fruchtbar zu machen, eventuell auch mit neuen Regelungen. Seitdem gibt es im Bistum einen Gesprächsprozess über diesen Themenkomplex. In zwei Referaten wurden die rund 120 Abgeordneten aus den Gemeinden und dem Kreis der Geistlichen im Ehrenamt über den augenblicklichen Stand informiert. Anschließend hatten sie Gelegenheit, sich mit dem Gehörten in Kleingruppen auseinanderzusetzen. Dabei wurde klar: Es geht weder darum, sich per Synodenbeschluss im Bereich Ehe, Partnerschaftssegnung und Sakrament theologisch festzulegen oder gar ein weiteres Sakrament einzuführen, noch all diejenigen in der Kirche, die sich schwertun mit einem Eheverständnis, das auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften einbezieht, auszugrenzen. Aber es hat sich gesellschaftlich vieles verändert, und das gilt es ernst zu nehmen und theologisch zu bewerten. Damit nicht nur Fachleute und Synodenabgeordnete, sondern alle Interessierten darüber diskutieren können, wird der Gesprächsprozess in den kommenden Jahren auch vor Ort, in den Dekanaten, geführt werden. Gesprächsbedarf hat die Synode außerdem im Bereich Frieden gesehen und deshalb beschlossen, sich im Rahmen der 61. Bistumssynode 2018 einen Tag lang mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Die terminlich schon festgelegte Synode wird aus diesem Grund um einen Tag verlängert. Neben diesen inhaltlichen Themen standen auch bei dieser Synode verschiedene Rechtsfragen auf der Tagesordnung. Als Gäste konnten in Mainz begrüßt werden: Oberbürgermeister Michael Ebling; der Administrator des Bistums Mainz, Domkapitular Dietmar Giebelmann; der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung und der Bischof der Convocation of Episcopal Churches in Europe, Pierre Whalon. Die Gemeinde Stuttgart war auf der Synode durch Ruth Seifert, Dieter Schütz und Pfarrer Joachim Pfützner vertreten. Eine ausführliche Berichterstattung über die Synode erfolgt auf der Gemeindeversammlung am 20. November.

Veröffentlicht in Neuigkeiten, Startseite am 4. Oktober 2016| Kommentare deaktiviert | Autor: Joachim Pfützner