ABC des Gemeindelebens

Abendlob

“Abendlob” wird das Abendgebet der Kirche bezeichnet. In seiner geschichtlichen Entwicklung hat es im Wesentlichen zwei Formen angenommen: die klösterliche und die in den Pfarrkirchen, in denen sich die Gemeinde versammelt. In der klösterlichen Form ging es darum, in einem bestimmten Zeitrahmen, normalerweise eine Woche, alle 150 Psalmen in den Gebetszeiten, darunter das Abendlob, unterzubringen. Bei den Pfarrkirchen lag das Interesse anders: Da spielten die Psalmen nicht die Hauptrolle, wohl aber Zeichenhandlungen wie beispielsweise das Lichtanzünden beim Abendlob.

In unserer Gemeinde bestehen beide Formen nebeneinander: Das Jahr über feiern wir das Abendlob in Verbindung mit dem Lichtanzünden (Lichtvesper), während der vierzigtägigen Österlichen Bußzeit aber verzichten wir auf das Lichtritual und singen stattdessen eine Reihe von Psalmen. Wir haben uns zu diesem Wechsel entschlossen, weil das Lichtritual der Osternacht stark an die Lichtvesper während des Jahres erinnert; es ist auch aus dem Lichtanzünden beim Abendlob gewachsen. Damit die Lichtfeier während der Osternacht als etwas Besonderes erlebt werden kann, haben wir uns entschieden, in der vorösterlichen Zeit das Abendlob ohne Lichtritual zu feiern.

Wir feiern das Abendlob immer freitags um 18:30 Uhr und an den zweiten Feiertagen der Feste Weihnachten, Ostern und Pfingsten in unserer Kirche St. Katharina.

Veröffentlicht am 29. Januar 2016| Kommentare deaktiviert | Autor: Joachim Pfützner

Adventsfeier

Besonders die jungen Familien freuen sich über die Adventsfeier, die wir in aller Regel jeweils am zweiten Adventssonntag begehen. Wir beginnen mit einem Familiengottesdienst in der Katharinenkirche und begeben uns dann in den Ökumenesaal neben der Kirche. Dort gibt es nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken ein besinnliches Programm für Kinder und Erwachsene. Höhepunkt ist der Besuch des heiligen Nikolaus.

Veröffentlicht am 2. September 2014| Kommentare deaktiviert | Autor: ak

Alt-katholisch werden

Zwei Wege gibt es, die zur Mitgliedschaft in unserer Gemeinde und damit in der Alt-Katholischen Kirche führen:

Wer getauft ist, kann nach einer halbjährigen Schnupperzeit einen Beitrittsantrag stellen, der dann dem Kirchenvorstand zur Entscheidung vorgelegt wird. Voraussetzung dafür ist der Nachweis, keiner anderen Kirche anzugehören. Mit der Annahme des Beitrittsantrags durch den Kirchenvorstand beginnt offiziell die Mitgliedschaft im Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland. Die zuständigen staatlichen Stellen (Standesamt, Meldeamt, Finanzamt) werden durch das Pfarramt darüber benachrichtigt. Ebenso empfiehlt sich die persönliche Benachrichtigung des Arbeitgebers mit der Bitte, die Kirchensteuer künftig an die alt-katholische Kirche (Kürzel „ak“) abzuführen.

Wer nicht getauft ist, kann sich nach einer angemessenen Schnupperzeit zur Taufe anmelden. Je nach Vorkenntnissen wird daraufhin ein Weg der Einführung in den christlichen Glauben vereinbart. Wichtig ist, dass dem Taufbewerber oder der Taufbewerberin ein Mann oder eine Frau zur Seite gestellt wird, der oder die in der christlichen Glaubenspraxis erfahren ist und sich in die Einführung einbringt. Während der Einführungszeit, die auch „Katechumenat“ genannt wird (entsprechend wurden in der alten Kirche die Taufbewerberinnen und Taufbewerber „Katechumenen“ bezeichnet), finden verschiedene liturgische Feiern statt, die sowohl intern im Rahmen der Katechumenatsgruppe als auch öffentlich im Rahmen der sonntäglichen Gemeindegottesdienste begangen werden. Die Taufe selbst wird nach Möglichkeit im Rahmen der Osternacht gefeiert, so wie es in der alten Kirche Brauch war. Erwachsenen Taufkandidatinnen und Taufkandidaten wird dabei in der Regel auch das Sakrament der Firmung gespendet, es sei denn, im selben Jahr wäre der Bischof zur Firmung da, dann findet diese extra statt. Selbstverständlich sind Erwachsenentaufen auch zu anderen Zeiten im Jahr möglich.

Veröffentlicht am 2. September 2012| Kommentare deaktiviert | Autor: ak

Anglikanische Gemeinde

Mit der Anglikanischen Gemeinde in Stuttgart fühlen wir uns besonders verbunden. Das hat seine Geschichte. Die Kirche St. Katharina war ursprünglich das Gotteshaus der Anglikanischen Gemeinde. Seit 1907 wurde es von den Stuttgarter Alt-Katholiken mit benützt. Nach dem Krieg hat die Alt-Katholische Kirchengemeinde die 1944 zerstörte Kirche gekauft und sie wieder aufgebaut. 1957 konnte sie erneut eingeweiht werden. Seitdem haben die Anglikaner das Mitbenutzungsrecht. Basis für das gemeinsame Leben der beiden Gemeinden ist das Abkommen zur vollen Kirchengemeinschaft, das die weltweite Anglikanische Gemeinschaft mit den in der Utrechter Union zusammengeschlossenen alt-katholischen Kirchen am 2. Juli 1931 getroffen haben. Jeweils an den fünften Sonntagen eines Monats feiern die Gemeinden die Eucharistie gemeinsam, beide Gemeinden engagieren sich im Verein „Rettet die Katharinenkirche“, der das große Projekt Kirchensanierung unterstützt, da und dort gibt es gemeinsame Veranstaltungen, Mitglieder beider Gemeinden nehmen an Veranstaltungen der jeweils anderen Gemeinde teil, die Priester der beiden Gemeinden helfen sich gegenseitig bei Gottesdiensten und Amtshandlungen aus.

Gottesdienste der Anglikanischen Gemeinde sind in der Kirche St. Katharina jeweils sonntags um 11:15 Uhr.

Gemeinsame Gottesdienste der Alt-Katholischen und Anglikanischen Gemeinde in der Kirche St. Katharina sind jeweils an den 5. Sonntagen eines Monats um 10:30 Uhr.

Termine 2016: 31.01., 29.05., 31.07., 30.10.

Veröffentlicht am 2. September 2014| Kommentare deaktiviert | Autor: ak

Aschermittwoch

AschermittwochDer Aschermittwoch gilt in der westlichen Kirche als Beginn der vierzig Tage währenden Österlichen Bußzeit. In unserer Gemeinde wird er seit vielen Jahren mit einem Fischessen verbunden. Zuvor wird in der Kirche die Eucharistie gefeiert. Nach den biblischen Lesungen und der Ansprache findet die Segnung und Austeilung der Asche statt. Eröffnet wird dieser Akt mit einer Bußlitanei. Bei der Auflegung der Asche wird entweder ein Wort aus dem Markus-Evangelium gesprochen: “Bekehre dich und glaube an das Evangelium” (vgl. Mk 1,15), oder es wird Genesis 3,19 zitiert: “Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.”

Die österliche Bußzeit ist eine Vorbereitungszeit auf das Osterfest. Das Wort “Buße” meint dabei “Umkehr”. Es wird von der Taufe her verstanden. Wenn sich in der Anfangszeit der Kirche, in den ersten Jahrhunderten, jemand zur Taufe entschloss (getauft wurden anfangs nur Erwachsene, die Kindertaufe kam erst im 3. Jahrhundert auf), bedeutete das in der Praxis einen Paradigmenwechsel: die Absage an das bisherige Leben und das Sich-Einlassen auf ein Leben im Glauben an Gott und in der Nachfolge Jesu Christi. Im Laufe der Zeit zeigte sich dann aber, dass es immer wieder auch zu “Rückfällen” in das alte Leben kam. Das machte einen Akt der Rückbesinnung auf die Taufe notwendig, und dieser Akt wurde “Umkehr” beziehungsweise “Buße” genannt. Die Österliche Bußzeit ist also eine Rückbesinnung auf die Taufe. Der Aschermittwoch und die Feier der Osternacht bilden dabei eine Art Klammer: Zwischen der Bußlitanei am Aschermittwoch, die die Bereitschaft zur Umkehr wecken soll, und der Tauferneuerung in der Osternacht stehen die heiligen vierzig Tage, die der einzelne Christ und die einzelne Christin nutzen soll, um konkrete Umkehrschritte zu tun. Gebete, Gottesdienste und geistliche Übungen begleiten das Tun des und der Einzelnen. So verstanden ist die Österliche Bußzeit eine positive Zeit, die Chance, im Glauben und Vertrauen Gott gegenüber zu wachsen und durch Taten der Liebe ein christliches Zeugnis zu geben.

Veröffentlicht am 29. Januar 2016| Kommentare deaktiviert | Autor: Joachim Pfützner