Aschermittwoch

AschermittwochDer Aschermittwoch gilt in der westlichen Kirche als Beginn der vierzig Tage währenden Österlichen Bußzeit. In unserer Gemeinde wird er seit vielen Jahren mit einem Fischessen verbunden. Zuvor wird in der Kirche die Eucharistie gefeiert. Nach den biblischen Lesungen und der Ansprache findet die Segnung und Austeilung der Asche statt. Eröffnet wird dieser Akt mit einer Bußlitanei. Bei der Auflegung der Asche wird entweder ein Wort aus dem Markus-Evangelium gesprochen: “Bekehre dich und glaube an das Evangelium” (vgl. Mk 1,15), oder es wird Genesis 3,19 zitiert: “Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.”

Die österliche Bußzeit ist eine Vorbereitungszeit auf das Osterfest. Das Wort “Buße” meint dabei “Umkehr”. Es wird von der Taufe her verstanden. Wenn sich in der Anfangszeit der Kirche, in den ersten Jahrhunderten, jemand zur Taufe entschloss (getauft wurden anfangs nur Erwachsene, die Kindertaufe kam erst im 3. Jahrhundert auf), bedeutete das in der Praxis einen Paradigmenwechsel: die Absage an das bisherige Leben und das Sich-Einlassen auf ein Leben im Glauben an Gott und in der Nachfolge Jesu Christi. Im Laufe der Zeit zeigte sich dann aber, dass es immer wieder auch zu “Rückfällen” in das alte Leben kam. Das machte einen Akt der Rückbesinnung auf die Taufe notwendig, und dieser Akt wurde “Umkehr” beziehungsweise “Buße” genannt. Die Österliche Bußzeit ist also eine Rückbesinnung auf die Taufe. Der Aschermittwoch und die Feier der Osternacht bilden dabei eine Art Klammer: Zwischen der Bußlitanei am Aschermittwoch, die die Bereitschaft zur Umkehr wecken soll, und der Tauferneuerung in der Osternacht stehen die heiligen vierzig Tage, die der einzelne Christ und die einzelne Christin nutzen soll, um konkrete Umkehrschritte zu tun. Gebete, Gottesdienste und geistliche Übungen begleiten das Tun des und der Einzelnen. So verstanden ist die Österliche Bußzeit eine positive Zeit, die Chance, im Glauben und Vertrauen Gott gegenüber zu wachsen und durch Taten der Liebe ein christliches Zeugnis zu geben.

Veröffentlicht in am 29. Januar 2016| Kommentare deaktiviert | Autor: Joachim Pfützner