Katharinenkirche

Der Name „Katharinenkirche” geht auf die Stifterin Catherine Masson aus Bayswater (Liverpool) zurück, die sich 1860, begleitet von ihrer Mutter Dunbar Masson, einer sehr wohlhabenden Reederswitwe, zur Kur in Stuttgart aufhielt und kurz vor ihrem Tod am 20.10.1860 den Bau einer Kirche verfügte, die ihren Namen tragen sollte. 1864 wurde mit dem Bau der Kirche begonnen. Die Einweihung fand am 15. August 1868 durch den Bischof von Honolulu, der im Auftrag des Bischofs von London fungierte, statt. Nach Gründung der alt-katholischen Gemeinde 1907 benutzten die Alt-Katholiken das in Stuttgart bis heute als „Englische Kirche” bekannte Gebäude mit. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es fast vollständig zerstört. Nach dem Krieg übernahm die alt-katholische Gemeinde die Ruine und baute sie wieder auf. Seitdem besitzt die Anglikanische Gemeinde ein ständiges Nutzungsrecht. Inzwischen ist das Kirchengebäude in die Jahre gekommen und deshalb dringend sanierungsbedürftig. Aus diesem Anlass wurde im Herbst 2005 der Verein “Rettet die Katharinenkirche” gegründet. Nach einem Schwelbrand im benachbarten Ökumenesaal, der auch Auswirkungen auf das Innere der Katharinenkirche hatte, wurden im Zuge der Reinigungsarbeiten auch Sanierungsarbeiten durchgeführt. Damit war – zu diesem Zeitpunkt noch unbeabsichtigt – das Sanierungsprojekt angelaufen, das bis zum heutigen Tag anhält. Folgende Schritte wurden unternommen:

  • Im Zuge der oben erwähnten Reinigungsarbeiten wurde 2006 die Tonnendecke weiß gestrichen und die Beleuchtung erneuert. Außerdem wurden im Eingangsbereich zwei große Schränke aufgestellt, in denen Stühle und sonstige Utensilien untergebracht sind, die bis dato in den Winkeln links und rechts vom Windfang der Kirche “versteckt” waren.
  • 2008 konnten die Dachkonstruktion samt Glockenstuhl erneuert und das Kirchendach neu gedeckt werden; hinzu kam die Erneuerung der Dachrinnen und Fallrohre sowie des Blitzschutzes.
  • 2009 führten auftretende Risse an den Kirchenwänden und im Bodenbereich zu intensiven geologischen Überprüfungen.
  • 2010 wurde im Bereich des Kirchenschiffs eine “schwimmende” Betonplatte angebracht und der Kirchenboden erneuert. Im Altarbereich wurden die Stufen zum Chorraum erneuert und Schäden im Boden ausgebessert. Außerdem wurde über dem Windfang eine Orgelempore errichtet. Schließlich wurden die Kirchenwände und Sockel neu gestrichen.
  • Dank einer Fundraising-Aktion der Anglikanischen Gemeinde konnte 2011 eine 1902 im englischen Cardiff erbaute Orgel, die lange in der Marienkirche von Yeovil (Somerset) ihren Dienst getan hatte, erworben und 2011/12 in der Orgelbauwerkstatt Michael Mauch in Schwäbisch Hall restauriert werden. Am Pfingstsonntag 2012 wurde sie durch die Bischöfe Joachim Vobbe und David Hamid feierlich geweiht.
  • 2013 wurde eine Kartierung der Außenfassade durchgeführt, um bestimmen zu können, welche Arbeiten am Kirchenäußeren notwendig sind. Das Gesamtprojekt Außensanierung wurde auf 500.000 Euro hochgeschätzt, ein erster Abschnitt ist mit 150.000 Euro veranschlagt. Es wurden Förderungsanträge an die Denkmalschutzbehörde des Regierungspräsidiums Stuttgart und an das Denkmalschutz-Sonderprogramm der Bundesregierung gestellt.
  • 2014 erhielten wir vom Denkmalamt eine Förderungszusage über 26.750 Euro und aus dem Denkmalschutz-Sonderfond der Bundesregierung über 50.000 Euro. Im September 2015 durften wir außerdem einen Scheck der Denkmalstiftung Baden-Württemberg über 25.000 Euro entgegennehmen.
  • 2016 konnte, nachdem nun auch die Finanzierung des Eigenanteils der Gemeinde gesichert war, der erste Bauabschnitt der Außensanierung (Nord- und Westseite der Kirche) angegangen werden. Im April gingen die Arbeiten los, Anfang November konnten sie erfolgreich abgeschlossen werden. Im Vergleich der sanierten Teile mit den noch ausstehenden Teilen (Süd- und Ostseite) lässt sich sehr schön das Vor- und Nachher veranschaulichen.

Bei aller Dankbarkeit für die großzügigen Förderungen sind nun noch rund 40.000 Euro Eigenanteil der Gemeinde, für die wir beim alt-katholischen Bistum einen Kredit aufgenommen haben, zu finanzieren. Außerdem tragen wir weiterhin den Kredit für die Bodensanierung 2010 ab. Insofern können wir nach wie vor Spenden sehr gut gebrauchen, zumal die Kirchensteuermittel dafür äußerst gering sind (bei insgesamt rund 16.000 Mitgliedern in Deutschland halten sich die Kirchensteuereinnahmen, von denen in erster Linie die Pfarrstellen finanziert werden, in Grenzen). Spenden bitte auf das Konto des Vereins “Rettet die Katharinenkirche” Stichwort “Sanierung Katharinenkirche” IBAN: DE58 5206 0410 0000 4132 67 BIC: GENODEF1EK1

Veröffentlicht in am 2. September 2014| Kommentare deaktiviert | Autor: ak