Orgel

Seit Juni 2011 dürfen wir eine Pfeifenorgel unser nennen. Es ist ein besonderes Instrument: 1902 wurde es von einer Orgelbaufirma in der Stuttgarter Partnerstadt Cardiff gebaut und tat dann Dienst in der anglikanischen Kirche von Yeovil (Großbritannien). Dort musste sie allerdings weichen, als das Kirchengebäude Ende der 1990er Jahre abgerissen und neu errichtet wurde. Um das wertvolle Instrument vor einer endgültigen Entsorgung zu retten, lagerte es der englische Orgelbauer Derry Thompson in seiner Werkstatt in Bridport ein. Erstmals wurde sie uns 2002 für den symbolischen Preis von 1.000 Britischen Pfund angeboten. Doch lehnte unser Kirchenvorstand dieses Angebot ab, weil er die damit verbundenen Kosten, den Einbau einer Orgelempore in unsere Kirche und die Wartung und Stimmung des Instruments, fürchtete. Auch ein späteres Angebot lehnte der Kirchenvorstand ab, weil er sich inzwischen einer für unsere kleine Gemeinde riesigen Herausforderung gegenübersah: der umfassenden und notwendigen Sanierung des Kirchengebäudes für geschätzte 500.000 Euro. Es wäre der Gemeinde nicht zu vermitteln gewesen, wieso nun neben den Spenden für die Erhaltung der Kirche noch Spenden für den Einbau einer Orgel erforderlich sein sollten.

In dieser Situation wagten Father Kenneth R. Dimmick, der seit 2006 als erster hauptamtlicher Pfarrer in der Anglikanischen Gemeinde Dienst tut, und Andrew Dewar, ein äußerst begabter Orgelkünstler, der viele Jahre an der Musikhochschule Stuttgart studiert hat, im Sommer 2007 einen erneuten Vorstoß. Andrew Dewar, der als Kind seine ersten Versuche auf der Orgel von Yeovil gemacht hatte, hatte zuvor eine Orgelreise nach England organisiert. Mit von der Partie waren zwei Orgelbauer aus Württemberg und der Orgelsachverständige Prof. Volker Lutz von der Musikhochschule Stuttgart. Diese konnten sich vor Ort in Bridport ein Bild von dem historischen Instrument machen. Und das ergab, dass es sich nicht nur in einem relativ guten Zustand befindet, sondern vor allem, dass es sich um eine Orgel handelt, die den Bestand der historischen Orgeln im Raum Stuttgart um ein wertvolles Instrument erweitern könnte.

Sowohl die Orgelbauer als auch Prof. Lutz setzten sich von da ab dafür ein, dass diese Orgel in der „Englischen Kirche“, wie unsere Kirche St. Katharina immer noch im Stuttgarter Volksmund genannt wird, eine neue Heimat findet. Um den Kirchenvorstand unserer Gemeinde zu überzeugen, ließen sie eine Kostenaufstellung machen und schlugen vor, mit der Beschaffung der finanziellen Mittel ihren Anteil an der notwendigen Kirchensanierung beizusteuern. Nach Beratung der Details an einem eigens dafür eingerichteten „Runden Tisch“ konnte der Kirchenvorstand im Dezember 2009 einen entsprechenden Beschluss fassen und mit der Anglikanischen Gemeinde einen Vertrag über das Orgelprojekt schließen.

2010 wurde das Instrument nach Deutschland überführt und in den Räumen einer Orgelbaufirma in Schwäbisch Hall restauriert. Währenddessen war die Anglikanische Gemeinde emsig damit beschäftigt, das notwendige Geld zusammen zu bringen. Bis in die USA streckte sie dabei ihre Fühler aus. Am Pfingstsonntag 2011 war es dann soweit: Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes konnten die beiden geistlichen Paten für das Orgelprojekt, der emeritierte alt-katholische Bischof Joachim Vobbe und der Suffraganbischof der Europäischen Diözese der Kirche von England, David Hamid, die Orgel einweihen. An den Gottesdienst schloss sich ein erstes Orgelkonzert an – mit Andrew Dewar als Solisten.

Mit diesen Registern wird die Orgel erklingen:

Hauptwerk
Open Diapason 8’
Dulciana 8’ *
Clarabella 8’  *
Stopped Diapason 8’ *
Principal 4’
Fifteenth 2’
* = ab c°
 
Schwellwerk
Liebl. Gedeckt 8’ C-H
Liebl. Gedeckt 8’ *
Liebl. Bourdon 4’ *
Gemshorn 4’
Gamba 8’ *
Oboe 8’ * (C-H vorbereitet)

 

Pedal
Bourdon 16’ (im Schweller)

Spenden
Unser Orgelbauer hat einmal gesagt, diese Orgel sei eine “alte Dame”, die viel Zuwendung braucht. Immer wieder kommt es vor, dass etwas nicht mehr richtig geht. Wir haben deshalb etwas höhere Wartungskosten als Gemeinden mit einem neuwertigen Instrument. Von daher freuen wir uns über Unterstützung. Geben Sie bei der Überweisung bitte das Stichwort “Orgelwartung” an.

Bankverbindung:

  • IBAN: DE58 5206 0410 0000 4029 66
  • BIC: GENODEF1EK1
Veröffentlicht in am 2. September 2014| Kommentare deaktiviert | Autor: ak