Die österliche Bußzeit als Fest

Eine Bußzeit als Fest? Nicht jeder Mensch wird das so sehen. Aber wenn Feste etwas Besonderes sind, Höhepunkte in unserem Leben, dann kann dies für Christinnen und Christen auch die österliche Bußzeit sein. Denn sie stellt die Chance dar, auf die eigene Lebensweise zu schauen und sich bewusst zu machen, was daran gut ist und bleiben kann, und was weniger gut läuft und einer Veränderung bedarf. 40 Tage sind uns gegeben, auf ganz praktische Weise das herauszufinden. Die klassischen Praxisfelder der österlichen Bußzeit werden in der Bergpredigt des Matthäus-Evangeliums vorgegeben: Vgl. Matthäus 6,1-6.16-18. Dort werden genannt: Almosengeben – also der Umgang mit meinen Mitmenschen und darunter vor allem der Umgang mit denen, die in Not sind; Beten – also der Bereich meines geistlichen Lebens, meine Gottesbeziehung, meine Einstellung zu Gottesdienst und Gebet; und schließlich Fasten – da geht es um meinen Lebensstil, um den Blick auf mich selbst und auf meine Lebensweise.

Wer die Chance wahrnehmen möchte, sich auf diesen Praxisfeldern zu betätigen, kann dies privat tun, aber auch im Rahmen unseres Gemeindelebens. Das Almosengeben im oben genannten Sinn kann beispielsweise konkret werden im Fastenopfer, das wir auch in diesem Jahr unserer philippinischen Schwesterkirche widmen, oder beim Diakoniesonntag am 8. März, bei dem in diesem Jahr die Flüchtlinge und Asylsuchenden im Blickpunkt stehen, oder auch, wenn am 29. März nach dreimonatiger Pause Kathy’s Vesper wieder beginnt – das Team sucht ständig nach freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ein- bis zweimal im Jahr die Teammitglieder unterstützen. Das Beten lässt sich bei jedem unserer Gottesdienste üben, auch wochentags, beim ökumenischen Taizégebet oder bei der Vesper am Freitagabend, und wer nach Hintergründen und neuen Erkenntnissen fragt, kann vom 9. März an an dem dreiteiligen Kurs “Liturgische Kompetenz” teilnehmen. Das Fasten lässt sich in Fastenkursen konkretisieren, die überall angeboten werden; den Blick auf mein eigenes Leben und meinen Lebensstil kann ich auch in der Feier der Versöhnung richten, die am 15. März um 9:30 Uhr geplant ist.

Herzliche Einladung also zum Mitfeiern! Und wer für den Weg ein Ziel und einen Höhepunkt braucht: Beides ist gegeben in der Feier der Osternacht am 4. April um 21:00 Uhr (beginnend in der Leonhardskirche; von dort ziehen wir dann im Laufe der Feier zur Katharinenkirche, wo die Feier weitergeht und mit einem festlichen Stehempfang endet).

Veröffentlicht in Allgemein, Neuigkeiten am 18. Februar 2015| Kommentare deaktiviert | Autor: Joachim Pfützner