Hungertuch in der Katharinenkirche

Während der Fastenzeit hängt in unserer Kirche St. Katharina das Hungertuch der römisch-katholischen Fastenaktion Misereor. Es ist von dem chinesischen Künstler Prof. Dao Zi gestaltet worden und trägt den Titel “Gott und Gold: Wie viel ist genug?” Zweimal wird während der 40-tägigen österlichen Bußzeit das Hungertuch Thema der Sonntagspredigt sein: Am ersten und am fünften Sonntag, dem 22. Februar und dem 22. März. Am 22. Februar lautet das Thema schlicht: “Das Hungertuch von Dao Zi”, am 22. März heißt es: “Die Botschaft des Hungertuchs von Dao Zi”. Während im Zentrum der römisch-katholischen Fastenaktion Misereor dieses Jahr die Fischer der Philippinen stehen, gelten Augenmerk und Fastenopfer in unserer Gemeinde der von Rom unabhängigen Iglesia Filipina Independiente (IFI), der “Unabhängigen Philippinischen Kirche”. Diese Kirche, mit zwei bis drei Millionen Mitgliedern in über 33 Bistümern nicht gerade klein, ist eng mit dem Unabhängigkeitskampf der Philippininnen und Philippinen verbunden. Als Gründungsdatum gilt der 3. August 1902, an dem auch die erste philippinische Gewerkschaft Unión Obrera Democrática gegründet wurde. Nach recht schwierigen Anfangsjahren fand die Kirche 1947 aus ihrer Isolation heraus – dank der Hilfe der (anglikanischen) Episkopalkirche der USA. 1958 wurde sie Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen, 1961 folgte die Feststellung der kirchlichen Gemeinschaft mit der Episkopalkirche, der sich ähnliche Feststellungen mit anderen anglikanischen Kirchenprovinzen anschlossen. 1965 stellte die alt-katholische Internationale Bischofskonferenz der Utrechter Union ebenfalls die Gemeinschaft mit der IFI fest. Seit 1995 besteht eine Kirchengemeinschaft mit der Lutherischen Kirche von Schweden. Über die spirituelle Identität der IFI hat der Obispo Maximo (der leitende Bischof der IFI) Millamena (1999-2005) einmal gesagt: “Die Geburt der Iglesia Filipina Independiente oder der Filipinokirche ist die durch den entschiedenen Kampf der militanten Bewegung, der Gewerkschaft Unión Obrera Democrática, realisierte Vision unserer Vorväter. Heute setzt sie diese Vision als Missionarin, als Pilgerin und als eine Kirche fort, die sich für die Armen, Unterdrückten und Ausgebeuteten einsetzt … Die Iglesia Filipina Independiente bleibt fest in dieser Solidarität mit den Armen und Unterdrückten.” Näher vorgestellt wird die IFI, deren zurzeit amtierender Obispo Maximo Ephraim S. Fajutagana voraussichtlich zum Kirchentag nach Stuttgart kommen wird, am Sonntag, 1. März, im Rahmen der Eucharistiefeier um 10:00 Uhr in der Katharinenkirche.

Veröffentlicht in Allgemein, Neuigkeiten am 21. Februar 2015| Kommentare deaktiviert | Autor: Joachim Pfützner