Zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten

Die Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten wird in der Kirche mit jener Szene gleichgesetzt, die in der Apostelgeschichte auf die Himmelfahrt Jesu folgt: Die nun “verwaisten” Jüngerinnen und Jünger kehren nach Jerusalem zurück und “verharren” in einem Obergemach “einmütig” im Gebet. Die Kirche will daran teilhaben, und so bittet sie in den Tagen bis Pfingsten besonders um die Sendung des “Beistands”, den Jesus nach dem Zeugnis des Johannes-Evangeliums zugesagt hat, wenn er “gegangen” ist (Johannes 16,7). Ein altes Zeugnis für dieses Beten, das auch singend getan werden kann, ist der Hymnus “Veni Creator Spiritus“, der hier in einer Übertragung von Friedrich Dörr wiedergegeben wird:

Komm, Heilger Geist, der Leben schafft, / erfülle uns mit deiner Kraft. / Dein Schöpferwort rief uns zum Sein: / nun hauch uns Gottes Odem ein.

Komm, Tröster, der die Herzen lenkt, / du Beistand, den der Vater schenkt; / aus dir strömt Leben, Licht und Glut, / du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.

Dich sendet Gottes Allmacht aus / im Feuer und in Sturmes Braus; / du öffnest uns den stummen Mund / und machst der Welt die Wahrheit kund.

Entflamme Sinne und Gemüt, / dass Liebe unser Herz durchglüht / und unser schwaches Fleisch und Blut / in deiner Kraft das Gute tut.

Die Macht des Bösen banne weit, / schenk deinen Frieden allezeit. / Erhalte uns auf rechter Bahn, / dass Unheil uns nicht schaden kann.

Lass gläubig uns den Vater sehn, / sein Ebenbild, den Sohn, verstehn / und dir vertraun, der uns durchdringt / und uns das Leben Gottes bringt.

Den Vater auf dem ewgen Thron / und seinen auferstandnen Sohn, / dich, Odem Gottes, Heilger Geist, / auf ewig Erd und Himmel preist./ Amen.

Veröffentlicht in Allgemein, Neuigkeiten am 14. Mai 2015| Kommentare deaktiviert | Autor: Joachim Pfützner