Kirche 4.0 – Impuls

Eine Kerze im Fenster; Ein Zeichen in der Nacht

Seit ein paar Tagen sehe ich abends in dem ein oder anderem Fenster in der Nachbarschaft je eine Kerze brennen.

In der aktuellen Zeit zeigt man Solidarität und Mitgefühl und lebt die Gemeinschaft nur im Abstand voneinander.

Am Dienstag wird zum Beispiel um 20:00 Uhr die Solidarität mit den Menschen in den sogenannten systemrelevanten Berufen wie Pflege, Medizin, Polizei, Lebensmittelhandel und Feuerwehr dadurch ausgedrückt, dass man aus dem Fenster oder vom Balkon minutenlang klatscht, pfeift oder Bravo ruft. Eine Idee aus Italien, die schon in vielen Länder gelebt wird.

Am Sonntag um 18:00 Uhr wird Gemeinschaft und Freude gelebt. Musiker sind aufgerufen die Fenster zu öffnen und die Ode an die Freude zu spielen. Alle können einstimmen und mitsingen. Da kommt ein Gemeinschaftsgefühl auf und es ist ein erhebender Moment. Dies ist übrigens eine Idee des Staatsorchesters Stuttgart und hat sich schon in Deutschland verbreitet.

Das ganze ohne die Gefahr sich oder andere anzustecken.

Daher dachte ich mir, dass hinter den Kerzen sicherlich auch eine Botschaft steckt.

Eine kurze Internetrecherche hat mich zu den Seiten des römisch-katholischen Bistums Essen geführt. Das dortige Pastoralteam hatte die Idee mit dem #hoffnungslicht:
um 19:00 Uhr stellt man eine brennende Kerze ins Fenster und betet das Vaterunser.

Kerze im Fenster

Wenn ich da mitmache, bin ich im Gebet mit den Schwestern und Brüdern, nicht nur unserer Gemeinde, sondern auch aus anderen Kirchen, verbunden. Gleichzeitig setze ich ein Zeichen, das alle draußen in der Nachbarschaft berühren kann.

Hier brennt ein Licht. Ich denke an Euch. Ich bete für Euch. Ich schließe mich nicht ein und mache Fenster und Türen zu. Ich strahle auch nach außen. Hoffnung, Liebe und Gottvertrauen.

Matthias von Wuthenau