ABC des Gemeindelebens

Café Strich-Punkt

“Café Strich-Punkt”: So heißt eine Anlaufstelle für männliche Jugendliche und junge Erwachsene, die der Prostitution nachgehen. 1997 wurde sie als diakonisches Projekt unserer Gemeinde begründet und seitdem gemeinsam mit der AIDS-Hilfe Stuttgart e.V. betrieben. Träger ist der dazu eigens gegründete Verein zur Förderung von Jugendlichen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten e.V. Bis Ende 2009 war Treffpunkt für das Café zweimal wöchentlich der Ökumenesaal unserer Gemeinde. Seit Januar 2010 gibt es nun unter dem gleichen Namen einen neuen Treffpunkt in der Stuttgarter Jakobsstraße 3. Das Besondere an ihm ist, dass er nicht nur dem Klientel des Café Strich-Punkt zur Verfügung steht, sondern auch dem des „La Strada“, einer vom Caritasverband Stuttgart getragenen Anlaufstelle für weibliche Prostituierte. Selbstverständlich werden für die Klienten je eigene Zeiten angeboten. Für das Café Strich-Punkt bedeutet das, dass auch in der Jakobsstraße 3 montags und mittwochs die Möglichkeit besteht, abseits der Szene bei Kaffee und Kuchen ein Stück Gemeinschaft zu erfahren. Darüber hinaus wird auch Programm geboten, von Ausflügen und gemeinsamem Kochen bis zu kunsttherapeutischen Beschäftigungen.

Neben der Anlaufstelle gibt es noch weitere Tätigkeitsfelder des Vereins. Dazu gehören das Internet-Beratungsprojekt Infos4Escorts, das von Stuttgart aus in Zusammenarbeit mit ähnlichen Institutionen in Deutschland betrieben wird, und das Projekt “Antihelden*”, eine jungensensible Präventionsarbeit zu sexualisierter Gewalt und sexueller Bildung.

Kontakt: Verein zur Förderung von Jugendlichen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten e.V., Silke Grasmann (Geschäftsführerin), Heusteigstr. 22, 70182 Stuttgart, Tel. (07 11) 5 53 26 47, grasmann@verein-jugendliche.de.

Veröffentlicht am 2. September 2014| Kommentare deaktiviert | Autor: ak

Chrisam-Messe

“Chrisam-Messe” wird die Eucharistiefeier genannt, in der der Bischof einmal im Jahr die Öle für die sakramentalen Feiern in Bistum und Gemeinden weiht, darunter das Chrisam, ein mit Balsamen gemischtes Olivenöl, das unter anderem bei Taufe und Firmung benutzt wird. Außerdem werden das Katechumenenöl und das Öl für die Krankensalbung geweiht.

Mit Katechumenenöl werden die Taufbewerber und Taufbewerberinnen gesalbt. Zuvor wird gebetet: “Gott, du Freund der Menschen, gib, dass N immer tiefer in den Glauben hineinfindet. Für sie/ihn beten wir in Stille…” Dazu wird der Taufbewerberin oder dem Taufbewerber die rechte Hand auf das Haupt gelegt; anschließend werden ihre/seine Hände mit den Worten gesalbt: “Die Kraft Christi, des Erlösers, stärke und schütze dich. So wirst du mit Öl gesalbt in ihm, Christus, unserm Herrn.”

Die Krankensalbung, auch Sakrament der Heilung und Stärkung genannt, wird mit kranken Christinnen und Christen gefeiert, sofern sie das wünschen. Der Begriff “krank” ist dabei sehr weit gefasst: Nicht nur schwer Erkrankte und auch nicht nur physisch Kranke sind damit gemeint, sondern auch alle, die psychisch leiden, bis hin zu den Sorgen- und Angsterfüllten. Das Krankenöl ist ein Zeichen der Stärkung. Im Neuen Testament ist es der Jakobusbrief, der seine Verwendung bezeugt: “Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben” (Jak 5,14-15).

Die Chrisam-Messe, die in unserem Bistum in jedem Jahr am Mittwoch nach dem Aschermittwoch gefeiert wird, hat also einen starken Gemeindebezug. Traditionell werden die geweihten Öle nach der Feier den Priestern und Priesterinnen zur Verwendung in ihren Gemeinden mitgegeben. Von daher ist die Chrisam-Messe auch einer der wenigen Gottesdienste, den der Bischof gemeinsam mit dem Presbyterium des Bistums feiert. In den letzten Jahren ist es üblich geworden, den Tag der Chrisam-Messe mit einem geistlichen Tag für die Mitglieder des Presbyteriums zu verbinden. Eingeladen sind aber auch andere Ölboten aus den Gemeinden und Dekanaten, die in Vertretung ihrer Pfarrerin oder ihres Pfarrers nach Bonn reisen. Die Chrisam-Messe wird gewöhnlich in der Bonner Namen-Jesu-Kirche, der Bischofskirche unseres Bistums, gefeiert.

Veröffentlicht am 21. Februar 2015| Kommentare deaktiviert | Autor: Joachim Pfützner