ABC des Gemeindelebens

Erstkommunion

Kinder, die als Säuglinge oder auch später getauft wurden, feiern gewöhnlich im Laufe der dritten Grundschulklasse ihre Erstkommunion. Das ist auch bei uns Alt-Katholiken so. In unserer Gemeinde ist es üblich, die Erstkommunion eines Kindes zu Beginn der dritten Grundschulklasse anzumelden, am besten im Rahmen der Schuljahreseröffnung, die wir jedes Jahr am Sonntag nach Schuljahresbeginn (meist Mitte September) begehen. Das Erstkommunionfest selbst ist nach Möglichkeit in der Osterzeit, also zwischen Ostersonntag und Pfingsten. Der Termin wird mit den Eltern bei der Schuljahreseröffnung abgesprochen, ebenso die Termine zur Erstkommunion-Vorbereitung. Diese findet an vier Sonntagen, beginnend mit der Eucharistiefeier und gemeinsam mit den Eltern der Kommunionkinder, statt. Soweit Eltern dies wollen, kann den Kindern auch schon vor der Erstkommunion ein Stück des eucharistischen Brotes gereicht werden.
Im Grunde ist es ja die Taufe, die zur Kommunion berechtigt. In diesem Fall erhalten die Kinder das eucharistische Brot aber nicht vom Priester, sondern von einem Elternteil. Die Erstkommunionvorbereitung vertieft dann das bereits Erlebte und macht bewusst, was es bedeutet. Bei der „Erstkommunion“ erhalten diese Kinder erstmals selbst das Brot, außerdem dürfen sie nun wie die Großen aus dem Kelch mit Wein trinken oder ihr Brot darin eintauchen.

 

Veröffentlicht am 2. September 2014| Kommentare deaktiviert | Autor: ak

Erwachsenenbildung

Lebendiges Christsein bedarf der ständigen Auseinandersetzung mit dem eigenen christlichen Glauben und mit der Gesellschaft, in der wir leben. Dazu macht die Erwachsenenbildung unserer Gemeinde Angebote. Diese bestehen im Wesentlichen aus dem Ökumenischen Workshop, den wir jedes Jahr in der Zeit nach Ostern gemeinsam mit der evangelischen Leonhardsgemeinde anbieten, und den Besinnungstagen. Erwachsenenbildung findet außerdem im Rahmen der Sakramentenkatechesen (Erstkommunion- und Firmvorbereitung) statt.

 

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Eucharistiefeier

EucharistieDas Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet: Feier der Danksagung. Schon in frühester Zeit wird so die Feier des Mahles Jesu bezeichnet. Nach den Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas sowie einem Text aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth ist dieses Mahl als Abschiedsmahl zu sehen, das Jesus am Abend vor seinem Tod mit den Zwölfen, seinem engsten Jüngerkreis, begangen hat. In der ältesten Überlieferung, wie sie uns im Brief an die Gemeinde in Korinth und im Lukas-Evangelium begegnet, sind die Worte Jesu festgehalten: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Von Anfang an hat die Kirche von diesen Worten die Feier des Mahles Jesu abgeleitet.

Zunächst fand sie im Rahmen eines Abendessens statt. Später, als die Gemeinden größer wurden und sich in eigenen Räumen versammelten, wurden das Sättigungsmahl und das Mahl Jesu voneinander getrennt. Außerdem entstand die Praxis, vor dem eigentlichen Mahl Texte aus der Heiligen Schrift vorzutragen. Eines der ältesten Zeugnisse über die Feier der Eucharistie liegt uns in einer Schrift Justins, des Märtyrers (+ 165 n. Chr.) vor. Danach war es üblich, sich zum Mahl des Herrn in der Frühe des Sonntags zu versammeln, der zu dieser Zeit noch kein Feiertag war. Zunächst wurde aus den Schriften der Apostel oder der Propheten vorgelesen, „solange die Zeit es erlaubt“, danach hielt der Vorsteher eine Ansprache, „in der er eindringlich mahnt, diese guten Lehren zu befolgen“. Hierauf wurde gebetet, und es wurde der Friedenskuss ausgetauscht. Schließlich brachte man Brot, Wein und Wasser herbei, und der Vorsteher sandte „mit aller Kraft Gebete und Danksagungen empor“, die Gemeinde aber stimmte dem zu, „indem sie das Amen spricht“. Zu guter Letzt erhielt jeder der Anwesenden „Anteil an den Gaben, über welche die Danksagung gesprochen ist“ (zitiert nach dem alt-katholischen Gesangbuch „Eingestimmt“, Bonn, 2. Auflage 2015, S. 11).

Diesem Zeugnis entsprechend und getreu der in den ältesten Abendmahlsüberlieferungen festgehaltenen Aufforderung Jesu, das Mahl zu seinem Gedächtnis zu begehen, feiern wir in unserer Gemeinde sonntags, feiertags und zu besonderen Anlässen die Eucharistie. Wir tun das, um uns als Gemeinde Jesu Christi zu erfahren – er ist der Einladende, er ist auch die Mitte dieser Feier. Das Lukas-Evangelium (Lk 24,13-35) spiegelt in einer bewegenden Geschichte wider, wie schon die frühen Gemeinden die Eucharistie verstanden. Zwei Jünger machen sich nach dem Kreuzestod Jesu auf den Weg, traurig darüber, dass sie nun alle Hoffnung, die Jesus in ihnen geweckt hatte, begraben müssen – aber auch skeptisch über das, was einige Frauen aus ihrem Kreis über das leere Grab Jesu und eine Engelerscheinung berichtet haben. Doch sie sind auf diesem Weg nicht allein; der auferstandene Herr ist mit ihnen. Allerdings können sie das im Augenblick noch nicht wahrnehmen; sie sind „wie mit Blindheit geschlagen“ (Lk 24,16). Am Ziel ihres Weges angekommen, will sich der von ihnen nicht erkannte Begleiter verabschieden. Sie aber bitten ihn: „Bleib doch bei uns…”

Das ist die Situation der Kirche: Sie braucht die Nähe Jesu und sucht sie immer wieder neu. In jeder Versammlung macht sie sich das bewusst. Vor allem aber in der Eucharistiefeier erfährt sie, was in der von Lukas überlieferten Geschichte auch die beiden Jünger erfahren: Dass sie mit dem auferstandenen Herrn zu Tisch sitzt, dass er es ist, der ihnen das Brot bricht, und dass ihnen in dieser Geste die Augen aufgehen und sie ihn erkennen (Lk 24,30-31). Jede Eucharistiefeier ist für uns eine spürbare Begegnung mit dem Auferstandenen. Im Johannes-Evangelium findet sich eine Stelle, die das veranschaulicht (Joh 20,19-23; vgl. auch 20,24-29). Da tritt der Auferstandene in den Kreis seiner Jünger, und diese „freuen sich, als sie ihn sehen“ (Joh 20,20). Aus der Freude über die Begegnung mit dem Herrn und aus der Stärkung, die sie durch sein Wort und die Feier des Mahls erfährt, lebt die Kirche und gestaltet ihr Leben.

Veröffentlicht am | Kommentare deaktiviert | Autor: ak