Lied “In deiner Schöpfung birgt sich dein Gesicht”

1. In deiner Schöpfung birgt sich dein Gesicht, / in stiller Ordnung, die den Kosmos hält, / in Pflanze, Tier und Vielfalt dieser Welt. / Was du geschaffen hast, verlässt du nicht.

2. Welt ist nicht nur, was Menschenaugen sehn, / und Ordnung mehr, als wir davon verstehn. / Anfang und Ziel – dir, Einziger, gehört’s, / denn größer bist du, Gott, als unser Herz.

3. Im Brot und Wein enthüllst du dein Gesicht. / In dem, was wir gesät auf unserm Feld, / kommt Christus, deine Liebe, in die Welt. / Du lässt dein pilgernd Volk verhungern nicht.

4. Brot bleibt nicht Brot und Wein bleibt nicht nur Wein: / Dein Kind macht Schwaches stark und Großes klein. / Auflebt die Saat, der Keim treibt himmelwärts, / denn größer bist du, Gott, als unser Herz.

5. Im Menschenantlitz schaun wir dein Gesicht. / In seinen Wunden und in seiner Angst / zeigst du, dass du um Heilung mit uns bangst. / Du löschst die schwache Glut des Dochtes nicht.

6. An unsren Kreuzen bleibt die Sehnsucht heil: / Wir nehmen, Gott, an deinem Leben teil. / Schuld bleibt nicht Schuld und Schmerz ist nicht mehr Schmerz, / denn größer bist du, Gott, als unser Herz.

Text: Joachim Vobbe (Bischof der deutschen Alt-Katholiken 1995-2010)

Veröffentlicht in am 26. Juli 2016| Kommentare deaktiviert | Autor: Joachim Pfützner